Donnerstag, 30. März 2017

Stoffbinde / cloth pad review: LuLand Shop / Artesana

This post will be bilingual, please scroll past the big picture to find the english text ♥

Heute mal aus der Kategorie meine neueste Sucht - alternative Monatshygiene! :D
Vor Jahren schon hab ich mir eine MeLuna gekauft, seit einigen Monaten jedoch hab ich mir eine kleine Sammlung an Stoffies und Tassen aufgebaut. Und ich muss ganz ehrlich sagen: so angenehm waren die "gewissen Tage" noch nie 😉
Letzten Monat suchte dann Azra, die Inhaberin von Artesana bzw. LuLand Shop, nach Testerinnen für ihre Stoffbinden und war so lieb, mir eine zuzusenden! Juhu!
Sie nähte und verkaufte bisher lokal, möchte nun aber ihre Produkte weltweit verkaufen.

Über das persönliche Feedback und Verbesserungsvorschlägen hinaus möchte ich natürlich auch euch mein Ergebnis nicht vorenthalten.

Neben verschiedenen Stoffies bieten sie noch verschiedene Kleidungsstücke, Schmuck und vor allem sehr hübsche, handgefertigte Stofftaschen zu fairen Preisen. Ich empfehle mal einen Blick (auch wenn das vielleicht heißt, dass mir jemand eine Tasche vor der Nase weg kauft, die ich mir sonst im Sommer zum Geburtstag gönnen würde =P)

Hier sind die Links zum etsy-Shop sowie der Facebook-Seite
Vielleicht wollt ihr ja sogar ein Like da lassen oder die Seite teilen und so ganz einfach den Aufbau eines kleinen Familienunternehms unterstützen.

Jetzt aber erst mal zum eigentlichen Testobjekt.

Für Neulinge: die Anwendung ist denkbar einfach - mit den Knöpfen befestigen und nach dem Tragen ganz normal waschen. Super einfach, umweltschonend und hautfreundlicher!

Die Binde kam in einer normalen Versandtasche, die wiederverwendet werden kann, ohne unnötige zusätzliche Umverpackung. Lediglich ein hübscher Papier-Ring hielt Binde und Kärtchen zusammen.
Für mich ein guter Kompromiss zwischen möglichst wenig Müll und trotzdem liebevoller Präsentation :)
Sie besteht aus einem netten Baumwoll-Oberstoff, mittlerem bis starkem Saugkern ebenfalls aus Baumwolle, und einer Schicht PUL als letzten Stoff. PUL (Polyurethan-Layer/Pulyurethan-laminiert) ist ein wasserfester Stoff, welcher verhindert, dass nach hinten etwas ausläuft. Dabei ist er jedoch etwas atmungsaktiver als zB die Plastikfolien in Wegwerfbinden.

Der Baumwollstoff ist schön weich, da hatte ich schon deutlich steifere Stoffe. Der Saugkern ist zwar relativ dick, aber es handelt sich hier ja auch um einen Baumwoll-Kern und eine relativ starke Binde. Dafür trägt sie sich insgesamt sehr angenehm.
Die Form gefällt mir auch sehr gut, die Enden laufen wie man sieht ein wenig breiter aus, hinten etwas mehr als vorne (wer es umgekehrt möchte, kann sie natürlich jederzeit ganz einfach umdrehen).
Die Größe (ca. 26cm) ist für mich persönlich optimal. Natürlich gibt es im Shop auch verschiedene andere Stärken und Größen zur Auswahl, je nach Vorliebe.


vorne:                                                                   hinten:


Der PUL-Stoff passt nicht richtig zur Vorderseite, was mich als Perfektionistin ein wenig stört, aber prinzipiell gefällt mir die Zusammenstellung sehr gut - das hellgrün und zarte lila der Knöpfe finde ich persönlich sehr ansprechend. Denselben Topper-Stoff gibt es übrigens noch in Pink, mit gefällt das Grau aber sehr gut.

Solltet ihr hier Fragen oder bestimmte Wünsche haben, könnt ihr natürlich jederzeit über etsy oder Facebook nachfragen. Soweit ich weiß, ist noch mehr Auswahl unterwegs, auch hinsichtlich der Stoffe für den Saugkern. Mein Austausch mit Azra war auch generell sehr nett und freundlich, also scheut euch nicht, einfach mal nachzufragen! Auch zusätzliche Anregungen helfen ihr sicher weiter.

Mein persönliches Highlight ist allerdings die Naht in der Mitte. ♥
Diese hilft dabei, Flüssigkeit besser durch den Oberstoff zum Saugkern zu leiten. Nicht viele Stoffbinden, die ich kenne, haben so eine Naht, deswegen hat mich diese besonders interessiert. Außerdem finde ich sie im Gesamtbild mit der Sternform sehr schön - diese erinnert mich irgendwie an ein wenig an Blümchen, passend zum Rest.
Auf den ersten Blick wirkte sie für mich durch diese Form recht wuchtig, ich kenne bisher nur dünne und geradlinige Nähte für die Mitte, aber entgegen meiner Bedenken spürt man sie beim Tragen überhaupt nicht :)


Ich habe sie bisher nur wenige Male verwendet, da sie als heavy-Binde doch zu wuchtig ist, um sie "einfach so" täglich als Slipeinlage zu tragen. Allerdings kann ich sagen, dass sie sowohl waschen bei 60 Grad als auch Schontrocknen ausgehalten hat - das sollte man allerdings nicht regelmäßig machen, da ansonsten der PUL-Stoff leiden und nach und nach undicht werden kann. Sollte es aber zur Ausnahme notwendig sein, geht das; der Stoff hat keine Schäden davon getragen und ist nicht eingelaufen.

Obwohl ich sie ohne Auswaschen hab trocknen lassen und vor dem Waschen nicht noch mal extra kühl eingeweicht (Blutanteile gerinnen bei höheren Temperaturen, deswegen ist es zu empfehlen, sie zuerst mit kaltem Wasser zumindest auszuspülen, um dauerhafte Flecken zu vermeiden) hat der Oberstoff keine wahrnehmbaren Flecken behalten.

Die Saugkraft des Baumwollkerns kann ich nicht genau beurteilen - laut Azra erhöht sie sich noch weiter, je öfter man die Binde wäscht (klar, so wie auch alte Handtücher saugkräftiger sind als neu gekaufte), mir reicht sie allerdings auch so aus, da ich lieber häufiger wechsle und zusätzlich noch Tassen verwende.

Insgesamt kann ich sie absolut weiterempfehlen. Die Naht in der Mitte gefällt mir super, und ich werde mir selbst auch noch ein paar bestellen :)

 
Hier einmal der komplette Inhalt / here the complete contents of the package:








Today a little post of the category "my newest addiction" - alternative female sanitary products! :D
I've used a MeLuna cup for several years now, but a few months ago I really got into reusable stuff and today I have accumulated a little collection of different CSP's and menstrual cups; and I honestly have to tell you: those certain days of the month have never ever been more enjoyable 😉

Last month, Azra of LuLand / Artesana shop looked for someone to test her cloth pads and was so nice as to send me one to try! Hooray!
So far, she has sewn pads locally and now wants to start selling worldwide.

Aside from various cloth pads, they also offer clothing items, jewellery, and very beautiful handmade tote bags for a very reasonable price. I highly recommend you take a look (even if that means you might snatch away a bag I'm thinking about getting for my birthday in summer =P):

Here's the links to their etsy shop and their facebook page.
If you want to, you can leave a like or even share it to help build a small family business!

Now to the pad itself: 
It came in a normal padded envelope, which can be re-used, without any unnecessary additional packaging. Pad and business card were held together by a nice paper wrapper.
I think that's a good compromise between as little waste as possible and still a nice presentation :)

(For newbies: cloth pads are pretty simple to use. Fix them with the snaps, wear them, then wash normally - super easy, good for the environment and much more skin-friendly!)

The cloth pad consists of a pretty woven cotton topper, absorbent core made of cotton fabric as well, and a layer of PUL on the back. PUL (polyurethan-layer or polyurethan-laminate) is a waterproof fabric that prevents fluids from leaking through on the backside of the pad, but is more breathable than the plastic foils on normal disposable pads.

The topper is nice and soft, I've had much more stiff woven cotton fabrics. The core is pretty bulky, but considering it's a medium to heady pad with a cotton absorbing core, that is absolutely ok. The ends are slightly flared, which I really like, a bit more in the back (or the front, if you're more of a front bleeder you can just switch it around). Overall, it's wearing very comfortable.
For me personally, the size (about 11,5'') is just perfect. Of course there are different sizes and absorbencies, depending on your personal preference.


front:                                                                   backside:



The colour of the PUL fabric doesn't really match the front, which generelly is not a big deal but it kind of bothers me as an overly perfectionistic person.
In generel, I like the appearnce though. The light green and pastel lilac of the snaps are lovely colours and the topper looks nice as well! The same fabric is also available in pink, by the way, but I really like the grey one.

If you have any further questions or special wishes regarding, you can ask via etsy or facebook any time. As far as I know, there's more fabric coming, also various other absorbent fabrics. My exchange with Azra was very nice and friendly, so don't be shy to contact her about anything! I'm sure she'd appreciate additional ideas and opinions as well.

My personal highlight however is the stitching along the middle! ♥
This seam can help direct fluid through the topper directly into the absorbing core. Most other cloth pads I know don't have that, this was why I was so excited to test this one.
Also, I think it adds to the overall appearance very well. The star-like stitching kind of reminds me of little flowers, it matches the rest of the pad beautifully.
At first, I was concerned because it looked a bit massive - so far, I only knew very thin and subtle middle seams, but despite that, it wore comfortably and did not bother me at all. :)


So far, I've only got to use it a few times, as it's too heavy to just wear as everyday liner (duh). Though I can say it survived washing at 60°C and tumble-drying low, however you shouldn't do that regularly because it may effect the PUL over time, so it won't stay waterproof. If you really need to, it's possible and didn't damage the fabrics or made them shrink in any way.

Even though I didn't rinse the pad after use and just let it dry, and did not soak it with cold water again before washing (parts of the blood can coagluate with hot water, so it is recommended to treat pads with cool water before washing to avoid permanent blood stains), the topper didn't carry away any stains.

As for the absorbing capacity, I can't really judge or compare how long it lasts at maximum, because I prefer changing pads more frequently during the day and also use menstrual cups as well. Azra said the cotton core becomes more absorbent over time with multiple washed (like old towels work better than new ones), but for me personally, it's definitely already enough as is.

Overall, I can absolutely recommend this pad. I love the middle stitching and will definitely order some more for myself eventually :)

Dienstag, 28. März 2017

silicone hair, don't care? - was es tatsächlich mit Silikonen in der Haarpflege auf sich hat

Hiermit nach langer Stille mein "Blog-Comeback" mit einem quasi immergrünen Thema.
Der Titel sagt denke ich schon alles :P

Um Silikone in Kosmetik, besonders in Haarkosmetika, kursiert eine fast unüberschaubare Menge an Gerüchten, Halbwahrheiten und verqueren, unhaltbaren Behauptungen, die es besonders für "Anfänger" schwierig macht, das Thema richtig zu beurteilen und eine fundierte und bewusste Kaufentscheidung zu fälllen.

Dementsprechend möchte ich das Thema nun mal auf eine andere Art aufrollen, nämlich von der wissenschaftlichen Seite, das heißt 1. neutral/wertungsfrei und 2. nicht bloß irgendwelches Hörensagen, sondern chemisch schlüssig und mit Quellen gestützt (siehe Ende des Beitrags), und damit etwas Licht ins Dunkel des Gerüchtedschungels zu bringen und mit ein paar verbreiteten Mythen aufzuräumen.

Nachdem ich selbst mehrere Jahre streng auf Silikone verzichtet habe und lange Zeit auch nur rein Naturkosmetik verwendet hab, da man "überall" las, das sei das einzig Wahre - es aber für mich gar nicht gut funktioniert hat - habe ich mich eine ganze Weile tiefer mit dem Thema beschäftigt und abgesehen davon, dass ich alleine wegen Inhaltsstoffen wie zB größeren Kontrationen an Alkohol und Sodium Coco Sulfaten (zum Großteil aus Laurylsulfaten bestehend, und somit auf dem Spektrum der verwendeten Tenside ganz weit oben, was die Irritation angeht) von vielen Naturkosmetika entschieden zurück gewichen bin, habe ich jetzt letztendlich auch wieder gelegentlich Silikone in meine "Haarroutine" integriert. Ich stütze mich also nicht bloß auf chemische Theorie, sondern auch auf praktische Erfahrungen.
Das heißt allerdings nicht, dass ich jemanden sozusagen zurück-missionieren möchte oder ähnliches - jeder kann gerne benutzen was er verträgt und möchte, und Silikone haben durchaus auch ihre Nachteile, zum Beispiel sind sie nicht gerade umweltfreundlich (andere Inhaltsstoffe allerdings ebenfalls nicht, und da es genug Anti-Silikon-Hype gibt, führe ich das an dieser Stelle nicht weiter aus). Ich möchte nur, dass niemand wie ich verzweifelt an etwas festhält, das nicht wirklich funktionieren will, aus dem krampfhaften Glauben heraus es sei besser oder gar die einzig richtige Variante, und ermutige hiermit jeden, sich am Ende des Posts nen eigenen Reim auf die Fakten zu machen. Nur eben bitte auf Fakten und keine wilden Behauptungen.


Die häufigste Frage, die zu dem Thema Silikon gestelt wird, ist wahrscheinlich: wie unterscheide ich "die guten von den schlechten" Silikonen?
die Antwort darauf ist genau so einfach wie komplitziert: gar nicht.


Warum? Weil es keine allgemein guten oder schlechten oder schädlichen oder pflegenden oder sonst was Silikone gibt. Welche für dich geeignet sind oder nicht, ist wie so oft individuell und eine Frage der Haarstruktur und was man vom jeweiligen Produkt erwartet, aber auch von den Vorlieben hinsichtlich des Haargefühls und der Optik.

Aber jetzt erst mal ganz von vorne:
- was sind überhaupt Silikone? -
Silikone sind vielfältige Verbindungen aus Silizium (daher ihr Name, englisch Silizium = silicon) und Sauerstoff. sie sehen also vom Grundgerüst her aus wie folgt:
Si-O-Si-O-Si-O-Si-O-Si und so weiter.
Je nachdem, was oben und unten an diesen Atomen noch dran hängt und wie lang die Si-O-Si-O-Ketten sind, oder ob sie zu Netzen verknüpft sind, haben Silikone ganz verschiedene Eigenschaften. Es gibt sie z.B. als eher festes Harz, aus dem man Lacke machen kann, gummiartig, wie bei den Silikon-Backformen oder Fugenmasse, oder eben als flüssige Silikonöle, welche in der Kosmetik verwendet werden.

Wikipedia sagt hierzu:
"Silikone [nehmen] eine Zwischenstellung zwischen anorganischen und organischen Verbindungen ein. Sie sind in gewisser Weise Hybride und weisen ein einzigartiges Eigenschaftsspektrum auf, das von keinem anderen Kunststoff erreicht wird."
Silikone sind also etwas ganz besonderes, mit einzigartigen Eigenschaften - nicht vergleichbar oder ersetzbar mit anderen Stoffen. Außerdem sehr vielseitig, wie wir später noch sehen werden.

MYTHOS 1 an dieser Stelle: "Es gibt Silikonersatzstoffe." (wahlweise mit der Ergänzung "und wenn keine Silikone drin sind, dann ist halt stattdessen ein Silikonersatz drin, trotzdem alles gleich kacke!")
Natürlich gibt es eine Menge verschiedener Öle, es gibt auch ne Menge Filmbildner, die in der Kosmetik verwendet werden, und so uuungefähr dasselbe machen. Nämlich Filme bilden und so meist weichmachen. Aber dennoch haben keine davon wirklich genau die Eigenschaften von Silikonen.
Das ist etwa wie gefütterte, wasserabweisende Stiefel durch Stoff-Sneaker und dicke Socken ersetzen. Man bedeckt zwar mit beidem die Füße und wärmt sie, prinzipiell tun sie also dasselbe - trotzdem sind die Winterstiefel ne ganz andere Hausnummer.

Dass Öl nicht immer gleich Öl ist, sieht man schon an Kokosöl: das ist gar nicht flüssig, wie man Öle sonst kennt, sondern fest. Dies liegt an Größe und Art der Verknüpfung der Fettsäuren in verschiedenen Ölen - jede Kombination hat andere Eigenschaften.
Ebenso ist es bei den Silikonölen: manche sind flüchtig, verdunsten also, wenn man sie lang genug offen stehen lässt, und besonders, wenn man sie nur in einer dünnen Schicht auf das Haar aufträgt. Manche sind dünnflüssig, wieder andere sehr dick. Es gibt also nicht "DAS Silikonöl" und erst recht nicht "DAS Silikon" an sich.

Womit wir also bei Punkt 2 wären:
- was für verschiedene Arten Silikon(öl)e gibt es? -


Meistens unterscheidet man nach den kursierenden Gerüchten und Meinungen - online wie offline - zwei Arten von Silikonen in Haarkosmetik:
> Friseur-, gute, teure, hochwertige, wasserlösliche Silikone
> Drogerie-, schlechte, billige, schädliche, wasserfeste Silikone

Das macht allerdings nicht wirklich viel Sinn, denn Punkt 1 und der nächste MYTHOS 2: "Silikone schädigen das Haar". (Und müssen deswegen wieder auswaschbar sein, damit sie nicht drauf bleiben.) Was soll ich sagen? Außer ... NOT. ;)
Silikone sind chemisch größtenteils inert, das bedeutet, sie möchten nicht gerne mit irgendetwas anderem reagieren. Inerte Stoffe muss man wenn überhaupt dazu zwingen, mit etwas anderem zu reagieren. Sie tun also mit dem Haar beim simplen Auftragen erst mal: gar nichts. Absolut kein Silikon schadet aktiv dem Haar - zum Vorwurf, sie dichten ab und verursachen sozusagen passiv Schäden durch "Mangelernährung" der Haare, kommen wir dann gleich.

MYTHOS 3: "Silikone in Friseurprodukten sind anders (besser) als in der Drogerie". Auch das stimmt nicht wirklich, mal ganz abgesehen von den zahlreichen Produkten die weder Friseurprodukte sind noch in der Drogerie vertrieben werden, oder gelegentlich auch in Drogerien anzutreffenden Friseurprodumten, braucht man sich dafür nur mal die INCI-Bezeichnungen für Silikone anschauen und vergleichen. Man findet die meisten Silikone gleichermaßen in beiden Produktkategorien. Es gibt hier also keinen generellen Unterschied!
Ich schneide dieses Thema hier mal ab, das wird sonst zu lang, aber falls euch die Frage Drogerie vs. Friseur genauer interessiert, findet ihr den Rest ganz unten.

- wie kann man also dann am besten Silikone einteilen? -
Was in meinen Augen am meisten Sinn macht, wenn man sie denn einteilen möchte, sind die folgenden drei Kategorien:
flüchtige, (eher) unpolare und polare Silikonöle.
(und Sonderfälle, in die zB Silikontenside und andere "Mischstoffe" gehören, an denen Silikone beteiligt sind, welche noch zahlreiche andere Kategorien hergeben würden, aber per se keine Silikone sind und deswegen hier mal außen vor bleiben)

Die flüchtigen Silikone sind wie die Bezeichnung schon aussagt sehr flüchtig, das heißt, sie verdunsten schnell. Verdunstung kennt man, das ist der Grund warum eine Schüssel mit Wasser irgendwann leer (oder nasse Kleidung trocken) ist, besonders wenn man sie dazu auf die Heizung packt. Nur dass es bei flüchtigeren Stoffen auch ohne Wärme deutlich schneller geht.
Was bedeutet das für die Haare? Dasselbe wie für nasse Kleidung: irgendwann ist das, was darin war, wieder weg. Die Silikone "trocknen" letztendlich ganz von alleine wieder ab. Solche Silikone können also als Basis für Wirkstoffe fungieren, ohne das Haar zu beschweren. Sie transportieren und verteilen die gewünschten Stoffe auf das Haar, und danach verdunsten sie einfach wieder und hinterlassen nur die Wirkstoffe. Ganz ohne Waschen. Praktisch, wa? :P

Die nicht flüchtigen Silikone sind also die, die auf dem Haar bleiben, längerfristig einen Effekt haben und bei denen viele die Frage stellen: Wie kann ich die dann wieder auswaschen? Es scheint, als wäre die primäre Sorge bei Silikonen immer, sie wieder weg zu bekommen. Daher kommt häufig auch die Wasserlöslichkeit zur Sprache - die tut dabei jedoch wenig zur Sache. warum? Weil man die Silikone nicht in einem Glas Wasser auflösen will, sondern von der Oberfläche des Haares ablösen, und diese Oberfläche beeinflusst sie.

Wasser ist polar, also trägt eine elektrische Ladung, und Öle sind generell nicht polar, tragen also keine. Die chemische Faustregel, die meistens zutrifft, ist: "gleiches in gleichem", also Polares löst sich besser in Polarem, Unpolares mischt sich mit Unpolarem. Was passiert, wenn man etwas Unpolares in etwas Polarem lösen will, sieht man, wenn man etwas Öl in Wasser kippt. Es bilden sich zwei Schichten (an die Schulzeit zurück denken oder wer möchte ganz einfach selbst ausprobieren). Auch wenn man schüttelt wie ein Bekloppter, trennen sie sich trotzdem immer wieder. Dieses chemische Prinzip könnt ihr zu Hause also ganz leicht selbst "beweisen".

Kurze Anmerkung zur elektrischen Ladung: sie ist NICHT das selbe wie Magnetimus, aber funktioniert ähnlich: gleiche Ladung stößt sich ab, unterschiedliche Ladung hingegen zieht sich an.

Also lassen sich unpolare Silikonöle nicht mit Wasser lösen? Richtig.
Also lösen sie sich beim Waschen auch nicht vom Haar? Falsch.
Um Unpolares in Wasser lösbar zu machen, gibt es reinigende Tenside, diese findet man zB in Wasch- und Spülmittel, aber auch in jedem gewöhnlichen Shampoo. Ihr könnt auch diesen Effekt zu Hause testen, wenn ihr wollt: in der Pfanne etwas mit Fett braten und sie danach abspülen :D tadaa. Oder etwas Elaborierter: Spülmittel zum Öl in Wasser von oben geben und dann noch mal schütteln und was passiert vergleichen.

Hier gilt bequemerweise: Dieser Vorgang funktioniert generell so gut, dass ein Großteil der Silikone nach einer Haarwäsche wieder runter ist - dies wurde in Studien untersucht (Quellen unten). So wie auch das Sebum der Kopfhaut, also das, was fettige Haare verursacht, mit einer Wäsche runter ist, weshalb das Haare waschen, wie wir es praktizieren, überhaupt funktioniert.

Aber trotzdem sind polare Silikone doch wasserlöslich? Theoretisch ja.
Also gehen sie auch ohne Shampoo vom Haar ab? Nein.
HIER kommt jetzt der Knackpunkt.

Die Haare sind generell überwiegend auch polar. Deswegen "kleben" auch Luftballons daran, wenn man sie vorher aufgeladen hat (an etwas gerubbelt). Die meisten haben das als Kind bestimmt mal ausprobiert, wenn nicht, könnt ihr es jetzt. Ja, sehr viele nette Versuche, mit denen sich das Thema simpel aufdröseln lässt :P
Luftballon an etwas (zB Teppich) reiben, an den Kopf halten, loslassen. fällt trotzdem nicht runter, weil das Haar ihn anzieht.

Insofern werden die polaren Silikone vom Haar angezogen (oder aber bei gleicher Ladung sofort abgestoßen, nur wären sie dann ja eh unsinnig, da sie das Haar gar nicht erst berühren würden, weshalb so etwas nicht wirklich relevant ist). Und diese Anziehung sorgt dafür, dass sie in der Fachsprache "gut auf das Haar aufziehen", sich also wie der Luftballon - nur viel kleiner - an das Haar ranhängen und dort haften. Wenn nun die Tenside daran angreifen und sie wieder ablösen wollen, können sie das schlechter, weil ein Teil der Silikone ganz dicht am Haar liegt und von ihm angezogen wird - meist an den geschädigten Stellen, diese sind besonders stark negativ geladen.
(Stoffe, die an diesen Stellen greifen sollen, also positiv geladen sind, nennt man auch kationische Stoffe; diese entfalten dementsprechend ihre größte Wirkung an geschädigtem Haar).

Wasserlöslich heißt also nicht automatisch gut auswaschbar.

Generell kann man demnach zusammenfassen:
> flüchtige Silikone gehen von ganz alleine weg. no problemo amigo.
> unpolare Silikone halten nur 1-2 Haarwäschen, sofern man das Haar mit normalem Shampoo wäscht. Bei no poo (Seifen ausgenommen) sieht es natürlich etwas anders aus.
> polare Silikone dagegen haften meist längerfristig im Haar, selbst wenn man mit Shampoo dran geht.

Damit hätten wir dann auch MYTHOS 4: Silikone bauen sich bei regelmäßiger Anwendung Schicht für Schicht auf dem Haar auf und verursachen sog. build up, also eine dicke Ablagerung, die das Haar verklebt und beschwert..
Bei so was wie no poo zB, wo kein Shampoo benutzt wird und auch sonst keine Tenside/grenzflächenaktiven Stoffe, können sie tatsächlich auch mehr Haarwäschen überdauern und wenn man dennoch nach jeder Wäsche dasselbe Produkt benutzt, also neue Silikone hinzufügt, immer mehr werden. Aber für die meisten Leute, die ganz üblich mit Shampoo waschen, sollte build up eigentlich gar kein Problem sein.

- halt: aber was ist mit den polaren? machen die nicht build up, weil sie ja nicht regelmäßig wieder ausgewaschen werden? -
Üblicherweise auch nicht. Sie haften natürlich prinzipiell mehr, aber der ziemlich geniale Trick an ihnen ist, dass sie nur polare Seitenteile besitzen, das Si-O-Grundgerüst ist nach wie vor unpolar. Domit treffen die kationischen (positiv geladenen) Teile der nächsten potentiellen Silikonschicht bei Kontakt mit bereits von Silikonen beschichteter Haaroberfläche entweder auf das unpolare Grundgerüst, wo sie nicht gut halten, oder auf noch einen kationischen Seitenteil, und diese zwei gleichen Teile - wie bei gleichen Magnetpolen - stoßen sich ab.
Somit verhindert quasi das Silikon selbst, dass es sich immer wieder in mehreren Schichten ablagert.
Science! ♥

Wir wissen jetzt also: einen dauerhaften build up hinzukriegen, der viele Wäschen übersteht, ist gar nicht so leicht, solange man nicht zwischen den Haarwäschen unzählige Produkte nacheinander auf das Haar schichtet.

Womit wir bei MYTHOS 5 sind: "die dicke Silikonschicht dichtet die Haare ab und lässt nichts mehr rein oder raus".
Der Fachbegriff hierfür ist "okklusiv". Okklusion ist das Bedecken und (Ver-)Schließen von etwas, in dem Fall der Oberfläche der Haare, aber auch der Haut. Eine Reihe von Stoffen ist ziemlich okklusiv, unter anderem Mineralöle und auch pflanzliche Öle. Oft wird das als etwas Schlechtes dargestellt, allerdings ist Okklusion eigentlich meist wünschenswert: die Haut zB gibt ohne eine okkluive Schicht permanent ihr Wasser an die Luft ab und trocknet so konstant aus. Je okklusiver, desto mehr schützt ein Stoff vor diesem Wasserverlust - daher produziert die Haut überhaupt auch ihr eigenes Fett, das Sebum, als eigenen Schutz. (Beweis hierfür, wer Lust auf noch mehr Experimente hat: eine Hand eincremen oder auch dünn einölen, die andere waschen und danach nix mehr drauf, dann beide Hände jeweils in einen Plastikbeutel oder Gummihandschuh stecken und oben mit Gummi möglichst luftdicht verschließen... und warten. Man spürt den Effekt schnell ;) und irgendwann sieht man ihn sogar als Kondenswasser innen am Beutel.)

Also ist Okklusion schon mal nicht zwangsläufig ein Problem. Wie schon beschrieben, entsprechende Öle lassen sich mit Shampoo etc. wieder abwaschen.

Dennoch ist Silikon NICHT okklusiv. Bei Hauttests wurde nahezu kein Unterschied zwischen unbehandelter und mit Silikoncreme behandelter Haut gemessen, während andere Öle die Wasserabgabe nachweislich reduzierten.
Das, was auf pflanzliche Öle oder Mineralöle an Okklusion zutrifft, ist bei Silikonen nicht einmal der Fall, selbst wenn es problematisch wäre.

Fazit: die Haare werden durch Silikon nicht abgedichtet, und sie trocknen weder unter dem Silikonfilm aus, noch sitzt dieser für immer auf dem Haar und lässt keine anderen Pflegestoffe mehr durch. Tatsächlich sind pflanzliche Öle okklusiver, und dennoch hat da noch keiner festgestellt, dass sie irgendwie die Pflege "behindern" würden.
flüssige Silikone sind außerdem in Stoffen löslich, die in vielen Spülungen und Haarkuren vorkommen, zum Beispiel Isopropyl palmitate, Isopropyl myristate (s.u). es wäre also denkbar, dass diese Produkte die theoretische Silikonschicht auf- bzw. anlösen können, sodass die Wirkstoffe trotzdem ganz leicht ihren Weg ans oder ins Haar finden, selbst wenn man vorher nicht extra mit einem Shampoo gewaschen hat, um sie zu entfernen.

- und warum hat man dann das Problem, von dem viele berichten, dass "unter dem Silikon" die Haare kaputtgehen und abbrechen? -

Bisher haben wir zwar erörtert, warum Silikone nicht schädlich sind. Der Punkt ist aber, dass sie wie gesagt auch weder besonders helfen, Feuchtigkeit im Haar zu halten, noch verbessern sie die Haarstruktur bei Schäden oder ähnliches. Sie pflegen also selbst nicht, sie schützen maximal etwas und lassen das Haar ansonsten nur besser aussehen, indem sie Licht von der Haaroberfläche reflektieren (besser als jeder andere Stoff by the way), und so Glanz und eine optisch gesunde Oberfläche erzeugen. Die geben dem Haar außerdem auch ein weiches Gefühl und "schmieren" es, was die Reibung zwischen den einzelnen Haaren reduziert und sie daher mechanisch schont.
Davon alleine gehen Haare noch nicht kaputt. Wenn man nun aber die Haare anderweitig schädigt, was nicht durch chemische Behandlungen oder Hitzestyling passieren muss, sondern auch täglich im Alltag passieren kann, aber gleichzeitig dazu Pflege benutzt, welche Silikone enthält, aber dazu keine tiefenwirksame Pflege - leider gibt es solche Produkte immer noch - dann könnte man denken, man hat die Haare gepflegt, da sie ja besser aussehen und sich besser anfühlen. Das ist aber leider nicht der Fall. Silikone ersetzen keine hochwertige Pflege!

Und was passiert, wenn das Haar zwar Pflege braucht, aber man die ihm nicht ausreichend gibt, ob wegen Silikonen oder ganz allgemein, kann sich wohl jeder denken :D

Daher macht es Sinn, eben nicht zuerst darauf zu schauen, ob ein Produkt Silikone enthält oder nicht, oder auch sonst irgendeinen Stoff den man für nicht gut hält - nur vom Weglassen wird ja nichts besser.
Metaphorisch gesprochen: Wenn man gar nichts mehr isst, dann isst man zwar auch nichts ungesundes...aber trotzdem ist es noch lange keine gesunde Ernährung, letztendlich stirbt man dann stattdessen am Verhungern ^^
Daher empfehle ich, umgekehrt danach zu schauen, welche GUTEN Stoffe, welche Wirkstoffe, die das Haar pflegen, ein Produkt enthält, und dann erst nach den Ausschlusskriterien suchen.

Dieses Thema ist natürlich viel tiefergehend und es hat mich Jahre gekostet, mir langsam nur einen grundlegenden Überblick anzusammeln und die individuell zu mir passende Pflege zu finden. Es spielen auch noch wesentlich mehr Faktoren rein als nur Silikone. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

Solltet ihr noch Fragen haben oder Unklarheiten/Fehler finden, sagt mir bescheid, dann kann ich das korrigieren oder ergänzen. :) Auch sonstige Fragen könnt ihr gerne stellen, wenn sich andere häufig gestellte Fragen finden ist das vielleicht einen eigenen Post wert.

Aber bis dahin:



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Hier jetzt noch weiter zu MYTHOS 3: die meisten Silikone, die man in Friseurprodukten hat, findet man auch irgendwo in der Drogerie - und umgekehrt. das ist das Ergebnis jahrelangen Lesens von Inhaltsstofflisten xD
Es gibt zwar ein paar tendenzielle Präferenzen, aber generell lässt sich absolut keine Grenze ziehen, welche Silikone nun in der einen und welche in der anderen Sparte zum Einsatz kommen. das mag auch daran liegen, dass die Hersteller meist dieselben sind: zB L'Oreal besitzt eine ganze Reihe von Drogeriemarken, sowie ebenfalls ne ganze Reihe von Friseurlinien. Und in beidem finden die Kenntnisse und Forschung der Konzerne gleichermaßen Anwendung. Beispiele aus dem Hause L'Oreal: bei Garnier Fructis Schadenlöscher findet man den Wirkstoff von Redken Extreme (ein Protein-Silanetriol-Komplex). Dasselbe passiert auch mit anderen Wirkstoffen. Die Aminosäuren Serin, Arginin und Glutaminsäure in der L'Oreal Professional Keratin re-fill Serie findet man ebenfalls häufig in vielen Drogerieprodukten unter L'Oreal - sogar die gesamten, ich betonte, gesamten! Wirkstoffe der Kérastase Masque force architecte (genannte Aminosäuren, L'Oreals selbst entwickeltes Ceramid mit dem feinen, super einfachen Namen "2-oleamiod-1, 3-octadecanediol", modifiziertes Weizenprotein und Lactic Acid) findet man zB auch in der Drogerie, und zwar in der Elvital total repair 5 Haarkur. Nur die Basis, in der sich diese aktiven Stoffe befinden, ist anders gestaltet. Und genau mit dieser Basis aus verschiedensten Weichmachern und anderen Stoffen erzeugt man dann auch einen gefühlten Unterschied zwischen teuren und günstigen Produkten - obwohl die Wirkstoffe dieselben sind. Neben Silikonen gibt es nämlich unzählige weitere Stoffe, welche die Haare weicher und geschmeidiger (anfühlend) machen. kationische Tenside, (Poly)Quaternium zum Beispiel, aber das ist auch ein langes Thema und sprengt hier den Rahmen ^^

Oftmals wird es so hingestellt, als ob für die Drogerien absichtlich nur Schrott produziert wird. Dabei vergisst man anscheinend, dass es genug Leute gibt, die sich Friseurprodukte nicht leisten können oder wollen, und der Großteil des Umsatzes trotz der niedrigeren Preise tatsächlich in der Drogerie gemacht wird; und dass es dort auch Konkurrenz(!) gibt - L'Oreal, P&G, Unilever, kleinere Marken... alle wollen natürlich den größten Marktanteil. Da wäre es Unsinn, bewusst nur Mist zu produzieren, denn wenn dann eine der Firmen mal zur Abwechslung ein halbwegs gutes Produkt auf den Markt wirft, hätte sie schlagartig DEN Vorteil schlechthin gegenüber allen anderen Mitbewerbern.
Es gibt auch einige ziemlich gute Produkte in der Drogerie. Zwar finde ich woanders trotzdem mehr, das mir wirklich zu 90% oder mehr zusagt, und die besonders speziellen, teuer erforschten Sachen gibt es natürlich nicht in Balea-Produkten für 65 Cent pro Flasche. Aber man kann auch ohne sehr teure Produkte vom Friseur oder aus dem Internet prinzipiell ganz gut fahren.

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hier nun die versprochenen Quellen ^^

allgemeine Infos:
-> https://de.wikipedia.org/wiki/Silikone
-> https://de.wikipedia.org/wiki/Silikon%C3%B6le

keine Okklusion:
-> https://www.xing.com/communities/posts/silicones-as-non-occlusive-topical-agents-silikone-in-der-verwendung-als-nicht-okklusive-hilfsstoffe-1010384010
-> http://www.pubfacts.com/detail/24457536/Silicones-as-nonocclusive-topical-agents

Löslichkeit
-> http://www.clearcoproducts.com/pdf/library/Solubility1.pdf

Auswaschbarkeit und build up:
-> http://www.karger.com/Article/Pdf/211278
-> https://books.google.de/books?id=zdHzBQAAQBAJ&pg=PA100
"Elektronenspektroskopische Aufnahmen sowie röntgenfluoreszenzspektroskopische Untersuchungen bestätigen, dass sich die Silikone aus 2-in-1 Shampoos nicht auf dem Haar anreichern"
-> https://books.google.de/books?id=56R-6Wyyo6IC&pg=PA295&lpg=PA295#v=onepage&q&f=false
"Dimethicones will provide excellent conditioning benefits to the hair when applied from shampoos or daily use conditioners, but this effect is not durable, being removed in the first wash cycle."

Flüchtigkeit:
-> http://www.essentialingredients.com/pdf/D5%20Replacement%20Products.pdf


Sonntag, 18. September 2016

meine Haarroutine - in a nutshell

Meine sozusagen "Haarroutine" ist so eine Sache. Einige Versuche was dazu aufzuschreiben hab ich schon hinter mir, war aber nie wirklich zufrieden damit...
Deswegen hier ein neuer Versuch: "hair routine in a nutshell". Heißt also, sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll einfach mal nen Überblick geben, was ich so benutze und warum. Nicht alles davon macht wirklich Sinn oder ist wissenschaftlich fundiert bzw. vernünftig begründet. Manches ist ganz einfach Gefühlssache. Immerhin gebe ich teilweise eine Menge Geld für Haarpflege aus, da soll es nicht bloß gesundes Haar, sondern auch ein bisschen Wellness für die Seele bringen ^-^

Ich versuche das Ganze jetzt chronologisch aufzuzählen, mit jeweils allen Produkten die
ich benutze und mag und den Grundsätzen, auf die ich persönlich achte. Vielleicht kann ich ein paar von euch ja inspirieren und ein paar Anregungen geben :) viel Spaß!





Vor der Haarwäsche:

pre-wash-Haarkur mit Heymountain
Ab und zu gönne ich meinen Haaren eine Portion Extra-Pflege, wenn sie trocken sind. Diese besteht klassischerweise aus einer quatfreien Haarkur von Heymountain Cosmetics, die ich abends im Haar verteile - selten bis zur Kopfhaut, oft nur in den besonders mitgenommenen Längen. Dazu packe ich sie in einen Kniestrumpf, den ich im Nacken dann mit einem Papanga/Invisibobble befestige, sodass die eingeschmierten Längen eingepackt sind und das Kissen vor Sauerei geschützt ist :D
Ab und zu mische ich für die Haarstruktur ein paar hydrolysierte Proteine dazu (von dragonspice oder behawe; einzeln oder gemischt verwende ich Keratin, Weizenprotein und Seide), hierbei muss man jedoch aufpassen, nicht zu viel zu verwenden.

Aufbautreatment
Eine andere Variante, die ich Ende 2015 für mich entdeckt habe, ist das olaplex treatment (mit olaplex 1 und 2). Das mache ich meist nicht über Nacht, wegen der vielen "Weichmacher", sondern wenn ich mal nicht morgens meine Haare wasche und den Tag/Abend über nix Tolles vor habe ;) letztendlich ist das auch nicht häufig nötig, alle 1-2 Monate reicht bei mir vollkommen. Ich lasse es so lange einwirken wie ich Lust habe, je länger desto mehr Zeit hat es zu wirken. Endlos mag ich das aber nicht. Meistens läuft es auf ca. eine bis maximal ein paar Stunden raus.
Zusätzlich teste ich mich gerade noch an ein treatment mit eslabondexx heran, mal gucken was das so ergibt - der erste Eindruck ist jedenfalls nicht schlecht :)

Während der Haarwäsche:

Shampoo
Nur zum Silikon auswaschen, daher mit Sulfaten: ahuhu Hydro-Shampoo oder Schauma Hair Love. Restbestände alter Heymountain-Shampoos mit Sulfaten.

Sofern ich keine Silikone aus den Haaren waschen möchte, benutze ich meistens sulfatfreies mildes Shampoo, weil ich damit meine Haare meist 1-2 Tage später waschen kann. Ausnahmen gibt es, wie zB das Hair Love von Schauma, das wurde jedoch aus dem Sortiment genommen, daher bleibe ich weiterhin beim Grundsatz möglichst sulfatfrei und generell sanfte Tenside/Tensidkombinationen.
Meine liebsten Shampoos sind die von Sudsatorium, besonders Milky Way und Fruity Beauty, ahuhu Amino Repairshampoo, oder die festen Shampoo Bars von soaparella, entweder Brokkolisamenöl und Lecithin, Coffein, Babassu oder Dark Angel. Manchmal Weleda Hafer.
Seltener nehme ich noch das Saubär 3in1, wenn ich gründlicher reinigen will.
noch im Test sind momentan verschiedene andere von Schauma als "Ersatz", Redken Extreme, und drei Silbershampoos: zwei von Schwarzkopf, das blondME Cool-Ice und das Bonacure BC Color Freeze, und das Tigi Catwalk Violet.
nur noch aufgebraucht, da längerfristig eher Flop, werden: Swiss-O-Par Pure Pflege, MaMia Kindershampoo von Aldi, GlissKur liquid silk Shampoo, Alverde Color. Außerdem die neueren sulfatfreie Heymountain-Shampoos, die zwar gut sind und toll duften, aber mir inzwischen einfach viel zu teuer dafür.

Spülung/Conditioner/Kur
Um hier mit zwei blödfugigen Gerüchten aufzuräumen:
1. Kuren sind nicht immer besser als Spülungen, bzw. es ist Unsinn, dass Spülung nur zum weich machen und für Kämmbarkeit da ist und nur eine Kur "richtige Pflege" darstellt.
Die Hersteller benennen und formulieren ihre Produkte, wie sie möchten, verbindliche Richtlinien dazu gibt es nicht. Es gibt gute, pflegende Spülungen und eine Kur kann in schlimmen Fällen sogar keine Pflege enthalten und demnach wesentlich schlechter als die Spülungen anderer Marken.

Als Beispiel für die, die mir das jetzt nicht einfach glauben wollen, hier mal Schauma 7 Blüten Spülung vs. Kur (Quelle dm.de).
Markiert habe ich euch die präsentesten Pflegestoffe (grün) und "Weichmacher" (lila), die mir ins Auge gesprungen sind - kein Anspruch auf Vollständigkeit!
Den entscheidenden Punkt sollte es jedenfalls veranschaulichen, denke ich.
Beide Produkte enthalten, wie man sehen kann, sowohl "nur" weich machende und die Kämmbarkeit verbessernde Stoffe, als auch richtige Pflege für die Haarstruktur und Feuchtigkeit/Geschmeidigkeit.


2. Spülung und Conditioner sind dasselbe! Letzteres ist einfach nur das englische Wort; Conditioner sind nicht etwa hochwertiger oder pflegender als Spülungen. Genau wie ein Lippenbalsam nun mal im Englischen Lip Balm heißt und Orange Juice nicht besser ist als Orangensaft ;)
 
So, jetzt aber zu meinen Produkten :D die meisten sind mit Proteinen/Aminosäuren, aber ein paar sind mal zur "Pause" zwischendurch ohne; diese haben ein Sternchen*
(natürlich benutze ich die nicht alle auf einmal ^^ aber ich wechsle gerne ab)

Allzeit-Favoriten ohne Silikone: ahuhu amino Kur, Sudsatorium* (vor allem Hawaii five-oh, aber die meisten sind toll, siehe meinen Post zur ersten Sudsatorium-Bestellung), ahuhu amino Conditioner, Schauma Hair Love und Repair&Pflege, Balea Color Glanz mit Granatapfel*
Allzeit-Favoriten mit Silikonen: Hask Deep Conditioner (Arganöl sowie Keratin, letzteren findet man hierzulande leider nur schwierig und sehr teuer...), Elvital total repair 5 Kur im Tiegel
gelegentliche Nutzung, eigentlich mehr nur noch Aufbrauchen: Garnier Schadenlöscher Conditioner und Kur, Alterra Granatapfel Spülung*, der alte Tigi Oatmeal&Honey Conditioner (ist super, aber leider ausgelistet), selten alverde Feuchtigkeits-Haarkur oder Balea professional Beautiful Long Spülung
gerade noch am Testen: Redken all soft Kur, joico deep penetrating reconstructor.
Flops: Alverde Spülungen all the way... die Alterra Glanz-Spülung, Balea Oil Repair
Noch auf meinem Wunschzettel, aber sollen alle gut sein: L'Oréal professionel Keratin refill, Lipidium, Redken Extreme

Nach dem Waschen:

Die Revolution für mich waren leave-ins. Namentlich hier vor allem die Haarcremes von Heymountain, welche bei mir eine unglaublich positive Wirkung auf die Haare hatten und haben! sie sind weich, viel besser mit Feuchtigkeit versorgt, leichter kämmbar und duften dazu noch wunderbar :) manchmal gehe ich noch einen Schritt weiter und nehme die Haarcreme und mein Wolkenseifen-Spitzenöl für die LOC-Methode her.

Lange Zeit war das meine einzige Pflege nach dem Waschen, später kamen aber natürlich auch reparierende Produkte mit Proteinen dazu. Durchgesetzt haben sich hier allen voran diese zwei: GlissKur Sprühkuren (und die serum deep repair Creme im Pumpspender) und die Chi Keratin Silk Infusion.

Bis zur nächsten Haarwäsche dauert es bei mir dann im Durchschnitt 3-4 Tage. Weniger Waschen schont die Haare und ist auch besser für die Kopfhaut. Außerdem spart es Wasser und Zeit :P
Um ein wenig länger über die Runden zu kommen, wenn die Haare grenzwertig aussehen, benutze ich Trockenshampoo - unangefochtener Favorit ist das No Drought von Lush.


Weitere Behandlung/Tipps:

  • Färben oder Blondieren nur noch mit olaplex oder eslabondexx! (manchmal beides, wenn ich es mal wieder übertreiben muss xD bisher klappt das gut)
  • Step 3 der jeweiligen Serien benutze ich nicht, nur 1 und 2 - wenn ich das Gefühl habe es ist nötig, wird einfach gleich ein richtiges Treatment gemacht.
  • Kaputte Spitzen -> Radikalschnitt? Nein. Entweder man lässt einen Splissschnitt beim Friseur machen oder wendet diesen selbst an - jedoch nur mit einer guten Schere, und nein, die Haarscheren im einstelligen Preisbereich aus der Drogerie sind nicht "gut". Ich habe mir ne Jaguar Friseurschere zugelegt (black line, sehr hübsch gestaltet, ca. 80€) - der Splissschnitt ist dann recht unkomplitziert: durch einzwirbeln, U-förmig knicken oder über die Finger legen der Haare die einzelnen Spitzen dazu bringen, aus der Haarsträhne herauszustehen, und alle mit Spliss oder Haarbruch gezielt etwas oberhalb der kaputten Stelle abschneiden. So verhindert man, dass sich Haarschäden hochziehen, erleichtert spürbar das Kämmen und behält gleichzeitig seine Länge (außer es ist so viel kaputt, dass die Haare davon extrem dünn werden, dann rate ich lieber gleich zu einmal kurz schneiden lassen und von da ab gut pflegen)
  • Haare abends bzw. generell so oft wie möglich irgendwie hochgebunden tragen, sodass sie nirgends aufschleifen - die Reibung fördert Spliss. Dasselbe gilt im Alltag bei offenen Haaren: nicht unter Schultergurte klemmen oder zwischen Rücken und Sitzlehne klemmen und aufreiben! Für mich ist die ideale Lösung meist ein lockerer Dutt am oberen Hinterkopf mit nem (no-name-)Papanga "big". Im Alltag, wenn die Optik zählt, in hoch angesetzter Pferdeschwanz, damit nur die Spitzen meine Schultern/Rücken berühren.
  • Nachtfrisuren sind ein Streitthema; ich finde jedoch ein lockerer Dutt oben auf dem Kopf, sodass man nicht drauf liegt, klappt am besten - optimal wäre, darum noch ein Seidentuch zu geben oder auf einem Seidenkissen/bezug zu schlafen. Seide soll die Reibung bestmöglich reduzieren. Ansonsten bevorzuge ich offene Haare, ein Pferdeschwanz schützt nicht wirklich und Flechtzöpfe führen bei nicht überall gleich langen Haaren dazu, dass rundherum einzelne Spitzen raus stehen und diese besonders reiben und wieder splissen, anstatt endlich mal die Länge der anderen zu erreichen >:c daher schlafe ich wahlweise mit Dutt oder einfach offenen Haaren.
  • Hitze meiden, also Glätten oder Locken machen auf unregelmäßige Occasions beschränken. Gelegentlich glätte ich die Spitzen (ohne speziellen Hitzeschutz, nur meine allgemeinen Pflegeproukte) oder benutze den Babyliss Curl Secret. zum warm/heiß Föhnen siehe nächster Punkt.
  • das Trocknen ist so eine Sache: nasse Haare sind besonders empfindlich, weil das eindringende Wasser die innere Schuppenschicht aufquillt und so die härtere, äußere Schuppenschicht wegdrängt und abspreizt, die in diesem Zustand leichter kaputt geht. Insofern niemals die Haare trocken rubbeln, am besten schlägt man sie nur in ein weiches Handtuch oder altes, großes Shirt ein und drückt sie leicht aus oder wartet einfach, bis der Stoff das Wasser aufsaugt. Anschließend gehe ich so vor: im Sommer offen lufttrocknen lassen, da es nach ausreichend Zeit im Handtuch und mit warmer Sommerluft recht schnell geht. Im Winter dagegen föhne ich, damit ich nicht mit nassen Haaren in die Kälte gehe - wichtig ist hier ein Föhn mit mehreren Temperaturstufen, und damit meine ich nicht kalt, heiß und noch heißer, wie viele es leider machen, sondern kalt, angenehm warm und heiß. (mein Föhn ist der Inotec Ionenföhn aus einer Aktion von Aldi und weil er so toll ist, habe ich noch einen zweiten auf Vorrat...daher leider keine guten Kauftipps). Während des Föhnens nicht zu nah an die Haare, je weiter weg desto besser, und nicht zu lange auf die selbe Stelle halten. Beides würde zur immer stärkeren Erhitzung der "beföhnten Haarpartie" führen und das wollen wir ja eben nicht.
  • Bürsten und Kämme: ebenfalls umstritten. Kämme gehen jedenfalls bei meinen Haaren gar nicht klar, ich benutze Bürsten und habe dabei folgenden Grundsatz: keine "Boppel" auf den Stiften! Diese verhindern, dass das Haar wieder aus der Bürste rutschen kann, was bei Knoten zu rupfen und verheddern führt. Für mich gibt es zwei gute Optionen: Tangle Teezer und Holzbürsten - wie gesagt ohne Gumminoppendinger oben drauf, also komplett aus einem Stück gefertigte Holzstifte. Die günstigste von Rossmann erfüllt diese Kriterien und leistet mir für ihren Preis gute Dienste. Meistens benutze ich jedoch lieber den Tangle Teezer. 
  • Manche berichten mit dem Teezer über Spliss, was bei mir aber null der Fall ist. Manche schwören auch auf "Naturbürsten/Wildschweinbürsten", also Schweineborsten (Wildschwein oder "Nahrungsschwein") anstatt der üblichen Stifte oder Zähne. Diese sollen als natürliche Haare das Fett vom Ansatz in die Längen transportieren und sie so pflegen. Ich habe es probiert und bin einerseits kaum durch meine Haare gekommen, andererseits hat man hier wieder das Phänomen Haare reiben an Haaren - vor allem, da Schweineborsten von Natur aus noch dazu neigen zu splissen, da ein Fell mit Spliss die Tiere wärmer hält. Insofern finde ich das für strapazierte, zu Spliss neigende Haare nicht gut. 

Das war also die "nutshell" ... pretty big nutshell. Naja. Es hätte auch 3x so lang sein können. (oops)

Ich hoffe, das war erst mal das Wichtigste - eventuell ergänze ich den Post noch, und Änderungen an meinen Produkten werde ich auch möglichst aktuell halten... aber jetzt hab ich erst mal Kopf- und Rückenschmerzen xD und mach erstmal Pause - thanks for reading!

Donnerstag, 4. Februar 2016

olaplex, keraphlex, eslabondexx und co. - eine Erklärung

Heute melde ich mich nach echt langer Pause (Unistress :c brr) endlich mit einem Thema zurück, das für viele denke ich so spannend ist wie für mich: olaplex und ähnliche Mittel. :)

spoiler: I ♥ it! 

Ich selbst besitze inzwischen alle drei der Produkte im Titel (was nicht ganz einfach war ^^) und werde sie natürlich alle noch ausgiebig testen und vergleichen, aber zuerst mal habe ich für euch die theoretischen Grundlagen herausgearbeitet.
 
Was für plex!? Was bitte ist das?

Aktuell kommen viele oft friseurexklusive Produkte auf den Markt, die versprechen, dass man ab sofort mithilfe dieser Produkte ohne, naja oder zumindest mit viel weniger, Schäden blondieren (lassen) kann; oder häufig umfärben, dauerwellen usw. - eben alle chemischen Prozesse, die sonst das Haar auf Dauer extrem schädigen.
Es handelt sich dabei nicht um eine neuartige Blondierung o.Ä., sondern um einen Zusatzstoff, der prinzipiell fast zu jedem Produkt gemischt werden kann.

Bisher sind mir folgende Marken über den Weg gelaufen, die ich euch unten näher erklären werde, sofern ich ausreichend Informationen dazu finde:
  • olaplex kommt ursprünglich aus den USA, wird offiziell nur an Friseure verkauft
  • keraphlex stammt aus Deutschland, wird ebenfalls offiziell nur an Friseure abgegeben
  • colorpHlex ist angeblich ebenfalls amerikanisch, auch das ist nur für Friseure gedacht
  • eslabondexx ist ein Schweizer Produkt in Zusammenarbeit mit einem italienischen Hersteller, eigentlich auch nur für den professionellen Gebrauch gedacht, aber (angeblich überteuert) trotzdem frei erhältlich
  • niophlex kommt aus Dänemark und wird exakt wie eslabondexx beschrieben, scheint auch identische oder zumindest nahezu gleiche Inhaltsstoffe zu haben; ist hier eher unbekannt
  • fibreplex - das Pendant von Schwarzkopf, geht in Richtung niophlex und eslabondexx, unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten davon (s.u.)
  • bondaplex - wirkt sehr dubios, hat offenbar nicht mal richtige INCIs, würde ich erst mal stark von abraten.
!Ergänzung! das neue addplex als explizites Drogerie-Produkt (3,95€ bei dm) muss ich noch kaufen und dann nachtragen, aber prinzipiell ist es fibreplex am nähesten!!!

Fast alle davon sind vom "Systemaufbau" her identisch:
Produkt Nr. 1 wird direkt zur Blondierung, Farbe etc. gegeben und damit vermischt, bevor sie aufgetragen wird und soll bereits während des chemischen Prozesses die Haare schützen oder sogar kräftigen.
Direkt im Anschluss wird Produkt Nr. 2 aufgetragen, es ist also quasi eine Haarkur zur direkten Nachbehandlung, um die Haare ggf. abzusäuern und letzte Schäden zu reparieren.
Produkt Nr. 3 ist üblicherweise geringer konzentriertes Produkt 2, hat manchmal aber auch eine eigene Formel, und als einziger Teil der Behandlung "frei verkäuflich" für den Endverbraucher. Man nimmt es zur regelmäßigen Behandlung (meist 1x wöchentlich) mit nach Hause, um das Haar auch trotz der alltäglichen Strapazen - zum Beispiel waschen, föhnen, glätten/locken, Reibung im Schlaf und beim Bürsten, so weiter - weiterhin gesund zu erhalten.
Meistens kann man die Produkte auch unabhängig von Färbevorgängen als "standalone treatment" oder ähnliches anwenden, um die Haare aufzubauen und zu pflegen. So ist jedenfalls die Intention, wie gut das klappt ist wie immer ein wenig individuell abhängig.

Aber klappt das auch wirklich?
Berichte und Fotos aus dem Internet sagen: JA.
Bisher war das geflügelte Wort meistens "kaputte Haare kann man nicht mehr reparieren". Mit richtig kaputten Haaren, das heißt Spliss und Haarbruch, verhält sich das auch weiterhin so: keines der Produkte kann gespaltene oder abgebrochene Haare wieder zusammenkleben. Aber "kaputt" im Sinne von extrem strapazierten und strukturgeschädigten kann jetzt tatsächlich effektiv vorgebeugt und auch im Nachhinein wieder teilweise behoben oder zumindest die Haarqualität spür- und sichtbar verbessert werden.

wer olaplex, keraphlex und colorpHlex mal in Aktion sehen will, ist bei diesem Video richtig:
Video "Test Olaplex | Keraphlex | Colorphlex deutsch" -> https://www.youtube.com/watch?v=q7eQlfjWNMk

Wie geht das?? Und wo ist jetzt der Unterschied zwischem dem ganzen verschiedenen Zeug?
Hier wird es jetzt komplitzierter, wer schon in der Schule Chemie gehasst hat und nur 5 und 6 kassiert, der gibt sich am besten einfach damit zufrieden, dass es halt funktioniert ;D

Zuerst mal ist wichtig zu wissen, was bei chemischen Schäden am und im Haar passiert:
Haar besteht aus Keratin, welches aus Aminosäuren zusammengesetzt ist, welche untereinander mit verschiedenen Bindungen vernetzt sind (für die Stabilität). Manche sind leicht kaputt zu machen, zB mit Hitze oder Wasser - deswegen bleiben Haare in der Form, in der sie trocknen, und ändern ihre Form durch Glätten und so weiter. Natürlich können nicht alle so instabil sein, sonst würde beim Waschen das Haar zerfallen. Für Stabilität ist bzw. sind die Disulfid-Brückenbindung(en) zuständig; kurz Disulfidbrücke. Leider werden diese aber durch chemische Reaktionen wie Oxidation beim Blondieren und Färben auch zerstört. Dadurch verliert das Haar bei jeder Behandlung an Kraft und Stabilität, bis schließlich einige Stücke kaum noch mit dem Haar verbunden sind und "herausreißen" oder "herausfallen". Das Haar verliert also Keratinbruckstücke, wird porös und anfällig und bei weiteren Strapazen (dafür reicht schon der Zug am Haar während des Bürstens) gibt es irgendwann nach wie ein morscher Balken, der belastet wird, und reißt ein (Spliss) oder bricht quer durch (Haarbruch).
Bisher konnte man diesem Verfall mit Proteinen und Aminosäuren in der Pflege zumindest teilweise vorbeugen. Die fremden Aminosäuren fügen sich in die kleinen Löcher im haareigenen Keratin, Proteine in die größeren und geben so dem Haar wieder mehr Stabilität und Belastbarkeit. Trotzdem ist fremde Substanz nie so gut und stabil wie die natürliche, die sie ersetzt - bei Prothesen nicht, bei Zahnfüllungen nicht und auch beim Haar nicht. Vor allem bei wiederholter Behandlung gehen die Haare deswegen auch bei optimaler Pflege irgendwann einfach hops. Halt!... gingen hops. Damit zurück zum eigentlichen Thema:

olaplex

komplette Inhaltsstoffliste
No. 1: Aqua, Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate, Phenoxyethanol, Sodium Benzoate
No. 2: Aqua, Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate, Propylene Glycol, Cetearyl Alcohol, Behentrimonium Methosulfate, Cetyl Alcohol, Phenoxyethanol, Glycerin, Hydroxyethyl Ethylcellulose, Stearamidopropyl Dimethylamine, Quaternium-91, Sodium Benzoate, Cetrimonium Methosulfate, Cetrimonium Chloride, Fragrance (Parfum), Polyquaternium-37, Tetrasodium EDTA, Butylphenyl Methylpropional, Etidronic Acid, Ascorbic Acid, Phytantriol, Prunus Amygdalus Dulcis (Sweet Almond) Oil, Tocopheryl Acetate, Aloe Barbadensis Leaf Juice, Panthenol, Simmondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Citric Acid, Potassium Sorbate
No. 3: identisch, aber niedrigere Konzentration des Wirkstoffs

Hauptwirkstoff: Bis-Aminopropyl Diglycol Dimaleate
andere Wirkstoffe: (No. 2) Glycerin, Mandelöl, Vitamin E, Aloe Vera, Panthenol und Jojobaöl für Feuchtigkeit; Phytantriol soll das Haar vor Schäden (besonders gut zusammen mit Panthenol) schützen können: https://www.truthinaging.com/ingredients/phytantriol

Funktionsweise: der Wirkstoff setzt sich an die Stelle der zerstörten Disulfid-Brücke und hält so die geschädigten Enden der natürlichen Keratine und Aminosäuren künstlich zusammen; laut Hersteller ist diese Verbindung dauerhaft. somit ist olaplex wie oben beschrieben in der Lage, Disulfidbrücken zu bilden und so beim Färben oder Blondieren das "Herausbrechen" von Proteinbestandteilen direkt zu verhindern. es ist also nur schon vorbeugend angewendet 100% effektiv. als treatment nach schädigenden Behandlungen oder generell auf stark vorgeschädigtem Haar baut es zwar auch wieder auf, nur eben nicht so gründlich.
Quellen/weiterführende Informationen:
http://www.olaplex.com/pages/faq-public ganz unten bei "MSDS Sheets" (aktualisierte Inhaltsstoffe)
und ne eigene Flasche No. 3 (Inhaltsstoffe stimmen also definitiv :P)
http://www.labmuffin.com/2015/04/how-does-olaplex-hair-treatment-work/ (Funktionsweise)


keraphlex

komplette Inhaltsstoffliste
Step 1: Aqua/Water, Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol, Phenoxyethanol.
Step 2: Aqua/Water, Cetearyl Alcohol, Glycerin,Caprylic/Capric Triglyceride, Behentrimonium Methosulfate, Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol, Simondsia Chinensis (Jojoba) Seed Oil, Hydrolyzed Wheat Protein, Tocopheryl Acetate, Propylene Glycol, Quaternium-80, Cetrimonium Chloride, Panthenol, Sorbic Acid, Sodium Benzoate, Benzyl Alcohol, Parfum, Benzyl Salicylate, Butyphenyl Methylpropional, Hexyl Cinnamal, Linalool.
Step 3: wieder identisch mit Step 3, aber vermutlich weniger konzentriert.

Hauptwirkstoff: Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol
andere Wirkstoffe: (Step 2) hydrolysiertes Weizenprotein; Jojobaöl, Panthenol und Triglyceride für Feuchtigkeit

Funktionsweise: hier spekuliere ich selbst noch ziemlich, Details und epic fail siehe bei colorpHlex.
long story short: der Name zeigt hydrolysiertes Protein aus pflanzlicher Quelle (vegetable), also große pflanzliche Proteine, die chemisch in kleinere Bruchstücke zerlegt wurden, damit sie tiefer ins Haar eindringen können und und auch in kleine Schäden "reinpassen". Der Silanetriol-Teil deutet auf zwei Dinge hin: die Endung -ol auf einen Alkohol, und "Silane" auf eine Siliziumverbindung. Die stärkende Wirkung ist wissenschaftlich erwiesen, dieser Stoff kommt u.a. auch in der Redken Extreme Serie vor, über die viele Leute sehr positiv berichten. Wie auch immer die Bindung ans Haar genau abläuft, es scheint zu klappen - wenn auch auf einem anderen Weg als olaplex.
Quellen/weiterführende Informationen:
http://www.rakuten.de/produkt/elkaderm-keraphlex-paket-step-1-step-2-step-3-1499722490.html (Inhaltsstoffe)


colorpHlex

komplette Inhaltsstoffliste (via ebay erfragt und diverse Fehler korrigiert)
Step 1: Water, Cetyl Alcohol, Cetrimonium Chloride, Stearalkonium, Chloride, Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol, Phenoxyethanol.
Step 2: Water, Cetyl Alcohol, Cetrimonium Chloride, Stearalkonium Chloride, Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol, Butylene Glycol, Sunflower Seed Oil, Hydrolyzd Wheat Protein, Panthenol, Clyclopentasiloxane, Dimethicone, Polyquaternium-7, Citric Adid, Ethylhexylglycerin, Phenoxaythanol, Fragrance.
gibt es einen Step 3? gut möglich. ich habe auf die Schnelle aber keinen gefunden.

Hauptwirkstoff: Hydrolyzed Vegetable Protein PG-Propyl Silanetriol
andere Wirkstoffe: (Step 2) hydrolysiertes Weizenprotein, Sonnenblumenöl, Panthenol


Funktionsweise:  hierfür zitiere ich zuerst mal die (anscheinend) Herstellerangaben...?
"colorpHlex enthält den patentierten ColorStrong Complex, ein Copolymer. Das ist ein von Pflanzen abgeleitetes Protein. Das Molekulargewicht des pflanzlichen Proteins ist für das Eindringen in das Haar perfekt ausgerichtet. Größere Fragmente dringen in die Kutikula ein, die kleineren Fragmente dringen tiefer in den inneren Kortx. Das reaktive Teil des Molekühls "Silantriol" vernetzt sich mit Sulfonsäureresten, um eine chemische Bindung mit dem Haar einzugehen. Für eine dauerhafte, langlebige Verstärkung der Haare. ColorStrong Complex richtet sich an die beschädigten Bereiche des Haares."
Kurz und in besserem Deutsch heißt das also, dass wie ich oben erklärt habe die Proteinbestandteile sich an kaputte Stellen im Haar anlagern, der "Silanetriol"-Teil sorgt dann offenbar für eine stärkere, längerfristige Verbindung mit dem Haar im Vergleich zu reinen, nicht modifizierten Proteinen oder Aminosäuren.

Im unten verlinkten Video könnt ihr sehen, dass trotz gleichem Hauptwirkstoff colorpHlex richtig mies gegen keraphlex abstinkt. Hier die Vermutung, wieso: es ist niedriger konzentriert als keraphlex. Bei etwa gleichem Preis finde ich das ziemlich enttäuschend.

Quellen/weiterführende Informationen: http://www.haarinspiration.de/ (unter News)
Video "Test Olaplex | Keraphlex | Colorphlex deutsch" https://www.youtube.com/watch?v=q7eQlfjWNMk


eslabondexx (und wohl auch niophlex) - verspricht als einziges Produkt außer olaplex, Disulfidbrücken ausbilden zu können, daher interessiert mich das besonders.
Offenbar bildet es mit Sauerstoff unter sich tatsächlich Disulfidbrücken, in der Schemazeichnung unten sichtbar als blabla - S - S - blabla; mir ist nur bisher nicht klar, wie der Rest des Moleküls sich an das Haar bindet, denn mit dem Haar gar nicht verbundene Brücken helfen ja keinem ^^ eventuell bindet auch die Endung -SH vom Acetylcystein an ein freies -SH vom Haar (durch Bruch der S-S Brücke entstanden), aber was macht dann das andere Ende? Falls ein besserer Chemie-Crack als ich hier mitliest und es weiß, immer her mit den Erklärungen! xD

komplette Inhaltsstoffliste
Nr. 1 Connector: Aqua (Water), Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Ethanolamine, PVP, Citric Acid, Soy Isoflavones, Glycosphingolipids, Acetyl Cysteine, Polyglyceryl-10 Dilaurate, Watermelon Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Hazel Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Sorbitan Oleate, Dicetyl Phosphate, Arginine, Glycine, Alanine, PCA, Aspartic Acid, Sodium PCA, Sodium Lactate, Serine, Phenoxyethanol, Valine, Ethylhexylglycerin, Proline, Threonine, Histidine, Isoleucine, Phenylalanine.
Nr. 2 Amplifier: Aqua (Water), Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Cetearyl Alcohol, Propylene Glycol, Distearoylethyl Dimonium Chloride, Stearamidopropyl Dimethylamine, Soy Isoflavones, Glycosphingolipids, Acetyl Cysteine, Polyglyceryl-10 Dilaurate, Watermelon Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Hazel Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Sorbitan Oleate, Dicetyl Phosphate, Parfum (Fragrance), Quaternium-80, Phenoxyethanol, Dimethiconol, Ceteareth-20, Citric Acid, Ethylhexylglycerin, Cyclopentasiloxane, Benzyl Salicylate.
Nr. 3 Sustainer: Aqua (Water), Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Cetearyl Alcohol, Propylene Glycol, Stearamidopropyl Dimethylamine, Soy Isoflavones, Glycosphingolipids, Acetyl Cysteine, Polyglyceryl-10 Dilaurate, Watermelon Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Hazel Seed Oil Polyglyceryl-6 Esters, Sorbitan Oleate, Dicetyl Phosphate, Distearoylethyl Dimonium Chloride, Parfum (Fragrance), Cetrimonium Chloride, Ethylhexylglycerin, Quaternium-80, Phenoxyethanol, Dimethiconol, Citric Acid, Ceteareth-20, Cyclopentasiloxane, Benzyl Salicylate.

...WOW. that's a sh*tload of ingredients.
Ich mache mich irgendwann noch genauer darüber, aber folgendes fällt mir spontan auf:
- positiv: viele Aminosäuren in Nr. 1. SEHR viele Aminosäuren. deutlich mehr als jedes Produkt, das ich kenne und somit als Zusatz sowie als Pflege schon mal super - mit geschädigtem Haar kann man damit eig nix falsch machen.
doof ist hierbei nur, dass es keine Anleitung zur Anwendung als Aufbaukur/treatment gibt wie bei olaplex und keraphlex. ich würde improvisieren und eine von den beiden abkucken ^^
- negativ: keine Aminosäuren mehr im Amplifier und Sustainer (außer dem Acetylcystein), MENNÖÖÖÖÖ ._. dabei fing es doch so gut an! :'D
- bedingt negativ: Silikon im Amplifier und Sustainer... nicht soo viele, aber trotzdem. meh.
Nicht dass Silikone schlecht für's Haar sind! Dazu habe ich schon mal einen Post abgefasst. Aber mein Problem hiermit ist, dass sie einfach im Vergleich zu den anderen, silikonfreien Produkten das Ergebnis beschönigen. Mit Silikon um die Haare wird es höchstwahrscheinlich weicher, glänzender und generell besser wirken als ohne; das verfälscht natürlich die unmittelbare Beurteilung des Ergebnisses im Friseursalon. (wobei man sagen muss, dass olaplex 2 auch ne ganze Armee verschiedener Weichmacher enthält und die Haare fast schon ekelhaft weich macht, weswegen ich es noch 2x ausshampooniert habe... aber Silikone haben z.B. in Bezug auf Oberfläche und Glanz trotzdem noch mal andere Qualität.)
 Man denkt sich also WOAH, WIE GEIL, dann wäscht man sich zu Hause ein paar Mal die Haare, und auf einmal ist das woahwiegeil vielleicht weg. nur ist man dann schon (eventuell mit hohen Lobpreisungen des Produkts) aus dem Salon gegangen. 
Edit: inzwischen habe ich noch mehr gefunden, die mit Silis arbeiten, daher rückt der Punkt in den Hintergrund.

Hauptwirkstoff: eventuell N-Acetyl-L-Cystein (acetylierte Aminosäure), fun fact: wird medizinisch als Schleimlöser eingesetzt und wird als antioxidatives Nahrungsergänzungsmittel angeboten :'D
andere Wirkstoffe: i'm working on this. definitiv aber folgende (teils essentielle, just for fun markierte) Aminosäuren: Arginin, Glycin, Alanin, Asparaginsäure, Serin, Valin, Prolin, Threonin, Histidin, Isoleucin, Phenylalanin.

Ergänzung, diesen Hinweis habe ich bekommen (danke Paulina) und mal so übernommen:
Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer wird beworben als Hitzeschutzmittel. Es wirkt gegen ein "Aufbrechen" der S-S Brücken im Haar, was während des Hitzestylings passieren kann. Somit könnte dieser Stoff eben auch beim Blondieren vor dem Aufbrechen der Disulfidbrücken schützen... Und wenn sie bereits aufgebrochen sind und mit H abgesättigt wurden, was so auch recht häufig nur durch Umwelteinflüsse passiert, setzt sich das Acetylcystein an das S, damit es nicht oxidiert wird [ein unumkehrbarer Schädigungsprozess - mit -H dran ist es noch rückgängig zu machen].

Quellen/weiterführende Informationen: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/uploads/pics/org-abbildung-40_ID1_47706.jpg  - Schematische Erklärung, entnommen aus folgendem Artikel: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=35445
http://www.eslabondexx.com/DE/technology.html


fibreplex - sagt mir jetzt auf den ersten kurzen Blick nicht so zu, ehrlich gesagt. es ist teurer als esla/nio, aber kein Acetylcystein, sonst ähnlich: Maleate-Polymerzeugs und ein Haufen Aminosäuren. Hier mal noch die Inhaltsstoffe, damit wir auch alles kompakt zusammengetragen haben.

komplette Inhaltsstoffliste (über ebay erfragt)
Nr. 1 bond booster: Aqua (Water), Maleic Acid, Ethanolamine, PVP, Phenoxyethanol, Arginine, Ethylhexylglycerin, Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Arginine, Aspartic Acid, Sodium Lactate, Alanine, Histidine, Sodium PCA, Glycine, Isoleucine, Proline, Phenylalanine, PCA, Threonine, Serine, Valine.
Nr. 2 Bond Sealer: Aqua (Water), Cetearyl Alcohol, Propylene Glycol, Distearoylethyl Dimonium Chloride, Stearamidopropyl Dimethylamine, Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Parfum, Quaternium-80, Phenoxyethanol, Dimethiconol, Ceteareth-20, Citric Acid, Ethylhexylglycerin, Cyclopentasiloxane, Benzyl Salicylate, Hexyl Cinnamal, Linalool
Nr. 3 Bond Maintainer: Aqua (Water), Cetearyl Alcohol, Propylene Glycol, Stearamidopropyl Dimethylamine, Sodium Laneth-40 Maleate/Styrene Sulfonate Copolymer, Distearoylethyl Dimonium Chloride, Parfum, Cetrimonium Chloride, Ethylhexylglycerin, Quaternium-80, Phenoxyethanol, Dimethiconol, Citric Acid, Ceteareth-20, Cyclopentasiloxane, Benzyl Salicylate, Hexyl Cinnamal, Linalool

Laut einem olaplex-Post von vor einer ganzen Weile ist die "Maleic Acid" ein Bestandteil der "olaplex-Technologie". somit wäre fibreplex bisher - und damit auch, interessantweise, addplex - wohl technologisch das erste nach olaplex selbst.



So viel also zur Theorie.

Und nun zum Eingemachten - du hast das Zeug doch, also, wie ist es so? Hä? HÄÄÄ?

Sobald ich in den Semesterferien Zeit habe (heute ist meine allerletzte Veranstaltung, Klausuren dann auch alle geschafft, juhuu!) werde ich einen Vergleichstest machen, ähnlich dem im verlinkten Video. Dazu habe ich mir eine Rohhaartresse bestellt, werde noch starke Blondierung dazu besorgen und dann drei abgeteilte Strähnen mit allen drei Produkten (olaplex, keraphlex und eslabondexx) behandeln und das Ergebnis vergleichen.

Die Versuche an mir selbst mit weniger aggressiven Methoden findet ihr später auch hier:
olaplex (war super!), keraphlex (leider nicht so) und eslabondexx (das muss ich noch testen, wenn ich das nächste Mal was an meiner Haarfarbe verändere. Ich überlege noch, was ich jetzt überhaupt mit ihnen machen will :D)

Bis dahin hoffe ich, dass diese Erklärung zumindest die theoretischen Fragen schon mal so gut wie möglich beantwortet und euch weiterhilft. eure Kaddy ♥